Am Weg zum nächsten Monstersignal, machten sie halt beim Römermuseum. Dort entdeckten sie einen Grabstein, der eine keltische Mutter mit ihren Söhnen zeigte. Schweren Herzens hatte die Mutter ihre Söhne fortgeschickt, um für die Besatzungsmacht, die Römer, zu kämpfen. Sie trug keltische Kleidung, aber die Uniformen der Söhne waren eindeutig römischen Ursprungs. Die Familie verband also eindeutig zwei Kulturen. Es musste schwer gewesen sein, dachte er sich. Er verstand nun, dass das heilige römische Reich nicht nur Wohlstand brachte. Es brachte auch Besatzung und Zerstörung. Eine traurige Geschichte, dachte er. Eine, die nicht ganz den Standard erreichte, den er sich für eine sichere und wohlhabende Gesellschaft gesetzt hatte. 

Die Expansion eines Reiches, sogar wenn sie unter dem Vorwand Wohlstand zu teilen geschah, war eine einseitige Angelegenheit. Aber im Nachhinein konnte man die Kolonialisten auch nicht einfach wegschicken. Familien hatten jetzt Mitglieder aus unterschiedlichen Gruppen und diese würden dadurch auseinandergerissen werden. Mit dem römischen Reich war eine neue Kultur entstanden. Sie war weder römisch, noch keltisch, sondern eine Mischung aus beiden. Was allerdings beseitigt werden musste, war eine ungleiche Verteilung der Macht. Die Einbeziehung aller, in die Gestaltung der Gesellschaft, war die einzige Lösung. 

Als sie weitergingen, entdeckte er eine weitere seiner Essenzen auf der Uhr gegenüber dem Museum. Es handelte sich um einen Automaten, der jedoch nur zwischen ein und zwei Uhr zu sehen war. Seltsam, dachte er, dieser gefiel ihm mehr als das Portrait. 

Er erinnerte sich daran, dass die Porta Dextra, das südöstliche Tor, auf dem Weg zu ihrem nächsten Ziel lag. Nach fast 2000 Jahren war jedoch nicht mehr viel zu sehen, also beschloss er, in den Keller des nächstgelegenen Gebäudes hinabzusteigen. Und tatsächlich, nachdem er mehrere Stockwerke hinabgestiegen war, fand er dort Steinblöcke, aus denen das Fundament des Tors errichtet worden war. Tief unter einer modernen Straße versteckt. „Faszinierend“, dachte er.

Als sie an der kleinen Ecke Rotenturmstraße zum Fleischmarkt ankamen, setzten sie sich hin, um eine kurze Pause einzulegen. Es war angenehm, im Schatten unter den Bäumen zu sitzen. Er erinnerte sich an den Rabensteig von vor 2000 Jahren. Oder wie er ihn eher in Erinnerung hatte: die Latrine. 

Als sie sich umsahen, fielen den Monsterjäger*innen drei merkwürdige Wesen ins Auge. Sie strahlten einiges an Grant aus, also mussten dies die Monster sein, nach denen sie suchten. Ein grauer Nebel lag über ihnen, mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar, aber man konnte ihn spüren. 

Und siehe da: Als sich die Monsterjäger*innen näherten, lichtete sich der Nebel und die Luft um sie herum wurde klar. Zunächst dachte er, dass die Raben nicht unbedingt so aussahen, als würden sie gemeinsam relaxen, oder konnte er ein kleines Lächeln bei einem von ihnen erkennen, nachdem sich der Grant aufgelöst hatte?