
Er erinnerte sich nun daran: das war der Ort, wo der Fluss geflossen war. Der Ottakringerbach, um genau zu sein. Er konnte sich noch an die Zugbrücke erinnern, die eine sichere Überquerung möglich machte. Es war in diesem Moment, als sein Kopf das frühere Brückengebäude entlang sah, dass er das Monster entdeckte. Der Grant war dermaßen dicht, er hatte seine Präsenz schon von weit weg gefühlt. Das Monster sah allerdings etwas ungewöhnlich aus… Es war eindeutig ein Türke, der seinen Säbel nach oben geschwungen auf einem Pferd reitete. Aber war dieser Reiter nicht früher ein Sarazene aus Arabien gewesen, mit einem Bogen in der Hand? Und warum hieß dieser Ort eigentlich “Heidenschuss”? Es sah so aus, als ob alles Fremde hier kategorisch verdammt wurde. Von den Sarazenen, zu den Türken – alles waren gefährliche Heiden, alle waren Fremd. Der Andere. Der, der noch nicht befreundet worden war. Also warum die Angst? Wieso sollte man sie nicht einfach befreunden? Der eine brachte Gewürze, der andere den Kaffee. Beides Dinge, die das Leben immens bereicherten, nicht es gefährdeten. Er wusste, dass die Bäckersgilde eine wichtige Kraft in der Verteidigung der Stadt gewesen war und fand es ironisch, dass sie auch diejenigen waren, die einen großen Vorzug aus den Dingen, die diese Fremden mit sich nahmen, gewannen. Gewürze für das Brot und Kaffee, den man dazu trinken konnte.
Allerdings war dies nicht die Zeit, um darüber nachzudenken. Die Präsenz der Monsterjäger*innen hatten den türkischen Reiter (oder war es ein Sarazene?) eindeutig befriedigt. Der Grant war fort. Die Statue fühlte sich wahrgenommen und wertgeschätzt.
“Auf auf, zum nächsten Monster!”, dachte er sich und erinnerte sich im selben Zug an eine kleine, geheime Gasse, die er früher gerne gegangen war: Die Naglergasse.
